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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen zählen zu den großen Volkskrankheiten. Als Ursache werden Verschleiß und Entzündung  der Wirbelgelenke, Reizung des Ischiasnerven oder Bandscheibenvorfälle vermutet. Oft ist jedoch keine eindeutige Ursache zu finden.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts berichteten Ärzte in Europa, dass man Rückenschmerzen sehr gut mit Akupunktur der Rückenmuskeln behandeln kann. Heute ist bekannt,  dass über 80% der akuten und chronischen Rückenschmerzen von Triggerpunkten herrühren, die in der Rücken- oder Gesäßmuskulatur liegen. Dabei haben die betroffenen Muskeln unterschiedliche Schmerzmuster.

Die langen Rückenstrecker verursachen Schmerzen, die an unterschiedlichen Stellen des  Rückens empfunden werden, teilweise mit Ausstrahlung in die Gesäßregion. Triggerpunkte in den tiefen Rückenmuskeln sind oft verantwortlich für heftige Schmerzen dicht an der Wirbelsäule. Dieser Schmerz wird von Patienten als besonders belastend, beunruhigend und bedrohlich empfunden. Zusätzlich können die kleinen Muskeln über den Wirbelgelenken Druck auf Nervenwurzeln ausüben und die Schmerzstärke weiter steigern.

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Schmerzmuster der langen Rückenstreckermuskeln


Kommen bei Rückenschmerzen Ausstrahlungen in die Beine hinzu, werden oft Probleme der Bandscheiben als Ursache vermutet. Aus Studien weiß man aber, dass Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle nur selten Beschwerden machen. Viel häufiger sind in solchen Fällen Triggerpunkte der Gesäßmuskeln die Ursache. Bei Lähmungen und Verdacht auf schwerwiegende Erkrankungen sind technische Untersuchungen natürlich wichtig. Zur Untersuchung der muskulären Strukturen sind sie in der Regel nicht hilfreich.

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Die Schmerzstärke durch muskuläre Verspannungen ist oft sehr hoch – manchmal unerträglich. Dabei können Triggerpunkte bei akuter Überlastung einer Muskelfaser den Schmerz innerhalb von Sekunden aufbauen.
Es genügt eine falsche Bewegung, z.B. das Aufheben einer Büroklammer, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Diese Situation nennt der Volksmund „Hexenschuss“.

Das „Piriformis-Syndrom“ stellt eine besondere Situation dar. Der birnenförmige „Piriformis“ ist ein tief liegender Gesäßmuskel, der dort liegt, wo der Ischiasnerv über eine Knochenkante verläuft. Dieser Muskel kann nicht nur heftigste Schmerzen im Gesäß auslösen, sondern bei Verspannung den Ischiasnerv sehr stark reizen und das Ilio-Sakral-Gelenk (ISG) des Beckens blockieren. Die Pioniere der Triggerpunkt-Medizin, Dr. Travell und Prof. Simons, nannten den Piriformis-Muskel daher „Doppelter Teufel“. Somit leiden viele Patienten mit „Ischias“, ISG-Blockade oder Verdacht auf Bandscheibenvorfall an Triggerpunkten in den Gesäßmuskeln.

Neben sitzenden Tätigkeiten, schwerer körperlicher Arbeit und einseitiger Körperhaltung im Beruf können Stress, Sorgen und Ängste die Aktivität der Triggerpunkte erhöhen und Rückenschmerzen auslösen.
Durch eine konsequente Triggerpunkt-Akupunktur würden sich in vielen Fällen nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch die depressive Stimmungslage verbessern lassen. Arbeitsausfälle ließen sich wahrscheinlich wesentlich reduzieren. Rückenschmerzen „ohne Ursache“ sind in den meisten Fällen weder psychosomatisch noch eingebildet. Sie haben in der Regel eine triggerpunkt-medizinische und damit naturwissenschaftlich klar definierte Ursache.

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